Erstausstattung fürs Baby: Was wirklich gebraucht wird
Die meisten Erstausstattungslisten sind zu lang und zu teuer. Ein Neugeborenes braucht erstaunlich wenig – und einige Dinge kauft man besser erst, wenn man das Kind kennt. Diese Liste ist nach Dringlichkeit sortiert.
Vor der Geburt: das muss da sein
Diese Dinge sollten vor dem Geburtstermin bereitliegen. Alles Weitere lässt sich in den ersten Wochen besorgen oder wird geschenkt.
- Babyschale fürs Auto (i-Size), vorher einmal einbauen und ausprobieren
- Schlafmöglichkeit: Beistellbett oder Babybett mit fester Matratze und Spannbettlaken
- Schlafsack in der passenden Größe – statt Decke
- Sechs bis acht Bodys und ebenso viele Oberteile oder Strampler in Größe 56
- Mütze, Söckchen, ein Paar Fäustlinge
- Wickelmöglichkeit: feste Unterlage, Windeln, Waschlappen, Wechselkleidung
- Kinderwagen oder Tragehilfe
- Fieberthermometer
- Wenn nicht oder nicht ausschließlich gestillt wird: Fläschchen, Sauger, Bürste
Die ersten Wochen
Nach ein paar Tagen weißt du mehr: ob dein Kind gern getragen wird, wie es schläft, ob ein Schnuller angenommen wird. Erst dann lohnen sich diese Anschaffungen.
- Schnuller, falls das Baby einen nimmt (EN 1400, passende Altersgröße)
- Babybadewanne oder Badeeimer
- Spucktücher – deutlich mehr, als man denkt
- Wickeltasche für unterwegs
- Stilleinlagen oder Still-BHs, je nach Bedarf
- Ein bis zwei Greiflinge für die Zeit ab drei Monaten
Was du nicht brauchst
Nestchen, Kissen, dicke Decken und Kuscheltiere im Babybett. Sie erhöhen das Risiko, dass das Gesicht verdeckt wird – ein leeres Bett mit Schlafsack ist der sichere Standard.
Ein Wickeltisch mit Aufsatz für die Badewanne tut es oft genauso. Entscheidend ist eine feste Unterlage in Hüfthöhe, nicht das Möbelstück.
Große Mengen in Größe 50/56. Viele Kinder tragen diese Größe nur wenige Wochen, manche nie.
Babyphone mit Atemsensor als Sicherheitsversprechen. Diese Geräte sind nicht als Medizinprodukte geprüft, und Fachgesellschaften empfehlen sie nicht zur Vorbeugung des plötzlichen Kindstods. Als Komfortgerät sind sie in Ordnung – als Schutz taugen sie nicht.
Gebraucht kaufen – wo es sich lohnt und wo nicht
Kleidung, Kinderwagen, Tragehilfen und Möbel gebraucht zu kaufen, spart viel Geld und ist unproblematisch, solange nichts beschädigt ist.
Zwei Ausnahmen: Autositze und Matratzen. Ein Autositz kann nach einem Unfall unsichtbar beschädigt sein; seine Geschichte kennt man bei Fremdkäufen nicht. Und eine gebrauchte Matratze hat ihre Festigkeit oft verloren – gerade die ist beim Babyschlaf entscheidend.
Was es kostet
Die Grundausstattung liegt je nach Anspruch und Anteil gebrauchter Sachen zwischen etwa 400 und 1500 Euro; Kinderwagen und Autositz machen davon den größten Teil aus. Planbarer als die Anschaffung sind die laufenden Kosten: Windeln, Kleidung in immer neuen Größen und – je nach Land und Situation – die Betreuung.
Häufige Fragen
Was braucht ein Baby in den ersten Wochen wirklich?
Eine sichere Schlafmöglichkeit, Kleidung in Größe 56, Windeln und Wickelzubehör, eine Babyschale fürs Auto und etwas zum Transportieren. Alles andere kann warten.
Welche Kleidergröße kauft man zuerst?
Größe 56 als Grundstock, wenige Teile in 50. Die Zahl steht für die Körperlänge in Zentimetern. Viele Kinder wachsen innerhalb weniger Wochen in 62 hinein.
Kann man einen Autositz gebraucht kaufen?
Nur von Menschen, deren Unfallgeschichte du kennst. Ein Sitz kann nach einem Unfall innen beschädigt sein, ohne dass man außen etwas sieht.
Braucht man ein Babyphone?
In kleinen Wohnungen oft nicht. Als Komfort ist es in Ordnung – Modelle mit Atemsensor sind aber kein Schutz vor dem plötzlichen Kindstod und werden dafür auch nicht empfohlen.
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